Laurianne Bixhain

Laurianne Bixhain

FotografieLuxemburg

Biografie

1987 née à Wiltz 2006–09 École d’Enseignement Supérieur d’Art de Bordeaux, France, DNAP Art et Média (Diplôme National d’Arts Plastiques), obtenu avec les félicitations du Jury 2009–10 Yildiz Teknik Universitesi Istanbul, Turquie, Programme Erasmus, département Photographie 2010–11 École d’Enseignement Supérieur d’Art de Bordeaux, France, DNSEP Art et Média (Diplôme National Supérieur d’Expression Plastique), obtenu avec les félicitations du Jury 2013–15 Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Deutschland, Meisterschülerstudium, Prof. Heidi Specker, Klasse für Fotografie. Vit et travaille à Luxembourg

Preise und Stipendien

2012 Bourse d'aide à la création et à la diffusion en photographie, Centre national de l’audiovisuel (CNA), Dudelange Mise à disposition d'un atelier dans les Annexes du Château de Bourglinster par le Ministère de la culture du Luxembourg

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2015 Illumination is the new interior sensation, Commissaire : Karolina Markiewicz, AICA, Mois Européen de la Photographie (Café-Crème asbl), Kiosk, Luxembourg 2014 Bathing by electric light, Commissaire : Danielle Igniti, Nei Liicht, Dudelange 2013 Keep your feelings in memory, Agence Borderline, Musée National de la Résistance, Esch-sur-Alzette; You I Landscape, Triennale Jeune Création, Commissaire : Michèle Walerich, Centre National de l’Audiovisuel, Dudelange & Carré Rotondes, Luxembourg 2012 Junge Luxemburger Fotografen, Ambassade du Luxembourg, Berlin, Allemagne

Veröffentlichungen

Katalog, Journal of Photography & Video, Danemark, 2015
Notas y refexiones N°5^, Agence Borderline, 2015
Objets minces Part 4, Éditions de la Houle, Bruxelles, 2014
Traces N°3, Éditions Casino Forum d'Art Contemporain, Luxembourg 2013

Kontakt

www.lauriannebixhain.com

Laurianne Bixhains künstlerisches Universum entspringt einer tiefen Auseinandersetzung mit ihrer jeweiligen Umgebung. Die Künstlerin beweist eine einzigartige Sensibilität für Formen und Texturen von Gegenständen sowie für Licht- und Schattenphänomene. Dies spiegelt sich sowohl im Inhalt ihrer Arbeiten wieder als auch in der Art und Weise der Präsentation. Nicht nur die Aufnahme des Bildes ist ein wichtiger Vorgang für die Künstlerin, sondern auch der Prozess des Ausdruckens sowie die Auswahl des Papiers.

Das Medium der Fotografie ermöglicht der Künstlerin ein Herantasten an das abgebildete Objekt, an einen Raum oder eine Oberfläche. Ihre Bilder entstehen oftmals aus einer intuitiven Begegnung heraus. Bixhain lässt ein Bilduniversum entstehen, das aus einem Amalgam verschiedenster Einflüsse, Ausschnitte, Farben und Lichtreflexen zusammengestellt ist und den Betrachter zum Entdecken animiert.

Ihre Arbeit Illumination is the new interior sensation (2014–2015) entstand während ihrer Aufenthalte in Chicago und Istanbul. Auf ihrer Suche entdeckte Bixhain in Chicago die Transportation Library, deren Kollektion von Büchern über Transportmodalitäten Bixhain zutiefst faszinierte und zu ihrer Auseinandersetzung mit den Transport- und Bewegungsabläufen dieser Stadt führte. Die Publikationen dienten als fotografische Vorlagen. Ihre täglichen Wege durch die Stadt ermöglichten ihr in kürzester Zeit Verknüpfungen herzustellen zwischen dem Gelesenen und dem Erfahrenen. Zu den Fotoarbeiten aus Chicago gesellen sich drei Bilder, die Bixhains Reise nach Istanbul entstammen. Bixhain mischt hier die beiden Städte und deren Kultur. Die Eindrücke vermischen sich und lassen neue Umgebungen entstehen.

Das Hauptinteresse der Künstlerin besteht in dem Entdecken neuer Orte mit ihrer spontanen Begeisterung für die jeweiligen urbanen Elemente und die Lebensumstände. In Ohne Titel (2015) lässt Bixhain eine fiktive Umgebung entstehen, in der die Aufnahme Zeuge einer vom Menschen konstruierten und jetzt verlassenen Welt wird. Die stark atmosphärischen Bilder verkörpern Langsamkeit und Ineffizienz und vermitteln ein Gefühl des Stillstands und des Abgeschiedenseins. Die Arbeit Préparation des surfaces (2014) beschäftigt sich mit unterschiedlichsten Oberflächen. Bixhain reproduziert und vergrößert ein von ihr gefundenes Foto. Der gesamte Druckprozess legt vorher unsichtbare Flecken und Spuren der Alterung offen. Erst beim genaueren Hinschauen begreift man, dass es sich um die Abbildung eines Autos handelt. Das für die Künstlerin so wichtige Spiel zwischen Materialität und Oberfläche zeigt sich in den Spiegelungen und dem Getriebe.

Bixhains Arbeit ist immer prozessorientiert: Von der Auswahl der Motive bis zur Präsentation achtet die Künstlerin penibel darauf, Verbindungen herzustellen. Das Bekannte wird zum rätselhaften Fragment und weckt die Neugierde des Betrachters. Ziel ist nicht eine realitätsnahe Repräsentation des Gesehenen, sondern vielmehr unterschiedliche Lese- und Erfahrungsmöglichkeiten anzubieten. So entstehen durch Desorientierung und Entdecken neue Räume, Erfahrungen und Assoziationen.
Laurianne Bixhain fordert uns durch die Poesie ihrer Bilder dazu auf, das gewohnte Umfeld neu zu entdecken und so neue Umgebungen entstehen zu lassen.

 

Daniela Del Fabbro